Einsatzzeit: 17:43 Uhr
Verpuffung während einer WM-Party
Nach dem Hubschrauberabsturz in Riepen beschäftigten sich die Feuerwehren aus der Samtgemeinde Nenndorf zusammen mit dem DRK-Einsatzzug erneut mit einer Großschadenslage. Während einer WM-Party kam es im Heizungskeller eines Hauses zu einer Verpuffung. 15 bis 20 Menschen wurden im verqualmten Gebäude vermisst.
Die örtlich zuständige Feuerwehr aus Bad Nenndorf hatte es nicht weit. Der Einsatzort befand sich in der Rodenberger Allee, gleich gegenüber des Feuerwehrhauses. Die Einsatzkräfte begannen sofort mit der Menschenrettung.Erste Trupps gingen in das Gebäde, um nach den vermissten Personen zu suchen. Schnell wurde klar, dass die eigenen Kräfte nicht ausreichten. Die Einsatzleitung entschloss sich, weitere Feuerwehren und den DRK-Einsatzzug nachzualarmieren.
So rückten neben dem DRK auch die Feuerwehren aus Waltringhausen, Riehe, Helsinghausen/Kreuzriehe, Ohndorf, Riepen und Horsten an. Die Einsatzleitung rund um den Bad Nenndorfer Zugführer Paul Dylla bildete drei Einsatzabschnitte:
Abschnitt 1 befand sich vor dem Gebäde und hatte als vornehmliche Aufgabe die Menschenrettung. Der Abschnitt 2 befand sich auf der Rückseite. Hier gingen die Feuerwehren über eine Steckleiter in das erste Obergeschoss vor. Die Aufgaben waren Menschenrettung und Brandbekämpfung. Abschnitt 3 bildete das DRK mit der Aufgabe der Verletztenbetreuung. Hierzu wurde auf der Rodenberger Allee ein Verletztensammelplatz eingerichtet. Die aus dem Haus geretteten Verletzten wurden hier von der Feuerwehr übergeben. Die Sanitäter und Rettungsassistenten des DRK registrierten die Opfer und versorgten sie. Auf dem Parkplatz hinter dem Rathaus errichteten Helfer des Einsatzzuges derweil eine Behandlungsstation. Die Geretteten wurden nach und nach vom Sammelplatz dorthin transportiert.
Obwohl es sich um ein mehrfach erweitertes Haus mit sehr verwinkelten Rämen handelt, wurden die 16 Teilnehmer der WM-Party sehr schnell gefunden. So konzentrierten sich die Bemühungen nun auf die Bekämpfung des Feuers, zumal es im Dachbereich zu einer Durchzündung kam. Mit mehreren C-Rohren auf der Rückseite und dem Wenderohr von der Drehleiter konnte das Feuer sehr schnell eingedämmt werden.
Im Keller des Hauses stellte ein Messtrupp in der Zwischenzeit Explosionsgefahr durch ausgelaufenes Heiöl fest. Ein einziger Funke hätte ausgereicht, eine weitere Verpuffung herbeizuführen. Der Abschnittsleiter entschloss sich daher, den Keller mit Schaum zu fluten, um diese Gefahr zu bannen.
Nach etwa zwei Stunden war die Übung beendet. Das Fazit war durchaus positiv. Die gestellten Aufgaben wurden erfüllt. Lediglich sorgte ein technischer Defekt für Probleme im Sprechfunkverkehr.
Beteiligt waren etwa 100 Einsatzkräfte von DRK und Feuerwehr.
Text und Fotos: Marco Thiele // 08.07.2010

Bei WM-Feier explodiert Gas im Keller
Bad Nenndorf (sk). Sieben Feuerwehren und der Einsatzzug Landkreis Schaumburg des DRK, insgesamt 100 Einsatzkräfte, haben auf der Rodenberger Allee bei sengender Hitze eine Großübung absolviert. „Ohne Probleme“, resümierte gestern der Nenndorfer Feuerwehr-Pressewart Marco Thiele.
Nur keine Angst: Der Rettungskorb in luftiger Höhe ist gleich erreicht.
„Das kollektive Verkehrschaos auf der Rodenberger Allee bricht aus, – aber es ist ja alles angemeldet“, kommentierte Thiele die Situation beim Eintreffen der ersten Rettungsfahrzeuge inklusive Drehleiter. Ruck, zuck war die Nenndorfer Hauptverkehrsader auf Höhe des Rathauses in beide Fahrtrichtungen gesperrt. Autofahrer mussten den Bereich umfahren, Passanten zückten Fotoapparate.
Martinshörner gellten durchdringend, Blaulicht blinkte. Aus ersten gelegten Versorgungsschläuchen floss Wasser auf den heißen Asphalt. DRK-Mitarbeiter eilten mit Tragen zu einem eilends eingerichteten Sammelpunkt für verletzte Personen.
Gestützt und geleitet von Hilfskräften wankte ein „Betrunkener“ aus dem verqualmten Haus Nummer 12. Hier war es während einer Fußball-WM-Feier zu einer folgenschweren Verpuffung im Heizungskeller gekommen. Bis zu 20 Personen sollten sich bei Ausbruch des Brandes hier aufgehalten haben. So lautet die Übungsvorgabe, ausgearbeitet von Paul Dylla, Zugführer in der Freiwilligen Feuerwehr Bad Nenndorf. Zu den Nenndorfer Feuerwehrkameraden stießen die Wehren aus Waltringhausen, Riehe, Helsinghausen/Kreuzriehe, Ohndorf, Riepen und Horsten.
Menschenrettung unter Atemschutz wurde trainiert. 20 Trupps unter Pressluftatmern drangen in das verwinkelte Haus ein. Ein Trupp flutet den Kellerraum mit Schaum, weil Heizöl ausgelaufen war.
Aus dem rückwärtigen Gebäude klang der gedämpfter Ruf eines Feuerwehrmanns: “Unsere Funke hat den Geist aufgegeben!“ Defekte Sprechfunkgeräte blieben die einzige nennenswerte Minuspunkt bei der Übung. Unter anderem die Zusammenarbeit zwischen Feuerwehr und DRK habe „gut funktioniert“, teilte Thiele mit.
Schaumburger Wochenblatt:
Feuerwehr und DRK im Übungseinsatz
Explosion, Feuer und Menschenrettung sorgen in den Abendstunden für Aufsehen
BAD NENNDORF (Ka). In den Donnerstag-Abendstunden sorgte die Absperrung der Rodenberger Allee für Aufsehen. Vor Ort Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr Bad Nenndorf und des Deutschen Roten Kreuzes, die als erstes an der Einsatzstelle gegenüber des Rathauses waren. Weitere Martinshörner ertönten und näherten sich mit Blaulicht dem Geschehen. Die zusätzlich angeforderten Wehren aus Waltringhausen, Riehe, Helsinghause/Kreuzriehe, Ohndorf, Riepen und Horsten ließen Schlimmes erahnen, denn sie formierten sich zum Großeinsatz. Angenommen wurde ein Feuer, welches in einem alten abbruchreifen Mehrfamilienhaus ausgebrochen war und zu einer Verpuffung im Heizungskeller mit starker Rauchentwicklung führte. Im Ernstfall ein Szenario an der viel befahrenen und stark frequentierten Straße. So handelte es sich um einen Übungseinsatz unter realistischen Bedingungen. Die ahnungslosen Feuerwehrkräfte wurden um 17.45 Uhr über ihr elektronischen Funkmeldeempfänger alarmiert. Sie wurden nach ihrem Arbeitstag aus ihren Familien, ihrem Feierabend oder aus ihrem Job gerissen und wussten ebenso wenig, wie die Bewohner der Straße, was sich ihnen vor Ort für ein erschreckendes Bild offenbart. Nur die Feuerwehr-Führungsspitze war in den Sachverhalt involviert, den Zugführer Paul Dylla ausgearbeitet hatte und wusste, es wird für alle freiwilligen Helfer keine leichte Aufgabe die Herausforderung zu meistern. Aus einer Dachgeschosswohnung drang Qualm aus dem Fenster und eine Frau rief verzweifelt um Hilfe, während in der ersten Etage eine Gruppe Fußballfans die WM-Niederlage auch Stunden später noch mit Alkohol betäubte. 16 nüchterne wie auch betrunkene Menschen galt es zu retten und diese inszenierten eine reale Ausgangssituation und harrten zum Teil schwer verletzt, mit Verbrennungen und Knochenbrüchen aus, bis die Atemschutz-Geräteträger sie erreichten. Menschenrettung war erstes und oberstes Gebot für die Einsatzkräfte. Dafür schulterten die Atemschutzgeräteträger bei sengender Hitze von über 30 Grad ein Zusatzgewicht von mehreren Kilos an Equipment über ihrer Schutzkleidung. Ein schweißtreibendes Unterfangen, wo auch fingierter Weise ein Feuerwehr-Kollege in dem Gebäude für Ausfall sorgte und sich der medizinischen Versorgung unterziehen musste. Eine fachkundige Bewertungskommission beobachtete die Helfer in der Not, notierte das Zusammenspiel der örtlichen Einsatzkräfte, die Kommunikation untereinander, wie auch die Handlungs- und Zeitabläufe, um im Anschluss bei einer Manöverkritik auf eventuelle Fehler wie aber auch auf gute Leistungen hinzuweisen. Eine wichtige Station war auch das Deutsche Rote Kreuz. Die Übergabe der verletzten Personen von einem Feuerwehr-Hilfetrupp in die ärztliche Versorgung war ein unabdingbares Zusammenspiel. Hand in Hand arbeiteten die Kameraden vor dem Gebäude mit dem DRK-Einsatzzug, während weitere Trupps vom Garten aus den Hydranten in der Lehnhast anvisierten, die Wasserversorgung sicherten und eine erfolgreiche Brandbekämpfung vornahmen. Nach 3 Stunden höchsten Engagements und größtem Einsatz war die Übung abgeschlossen. Die Bürger der Samtgemeinde Nenndorf dürfen erneut mit Stolz auf ein starkes ehrenamtliches Helferteam blicken. Foto: ka
14.07.2010
Alarmübung der Feuerwehr und ihre sehr gute Bewertung
Was hinten den Kulissen läuft / Positive Manöverkritik zum Abschluss
BAD NENNDORF (Ka) An der Feuerwehrübung in der Rodenberger Alle (wir berichteten) waren rund 100 Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehren (FFW) aus Bad Nenndorf, Waltringhausen, Riehe, Helsinghause/Kreuzriehe, Ohndorf, Riepen und Horsten, wie auch des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) beteiligt. In einer Abschlussbesprechung gingen die beteiligten Führungskräfte noch einmal die Details der Übung durch. Positiv wurde die Zusammenarbeit zwischen FFW und DRK bewertet. Jede Feuerwehr wurde einem Einsatzabschnitt zugeordnet und hatte bestimmte Aufgaben zu erfüllen. Unter der Leitung der jeweiligen Abschnittsleiter erfüllten die Feuerwehrleute die Aufgaben ohne Probleme. Gerade die Bildung der Einsatzabschnitte erwies sich als richtig, da die jeweiligen Abschnittsleiter das Geschehen in ihrem Bereich koordinierten. Der Gesamteinsatzleiter stand nur mit den Abschnittsleitern in Verbindung und konnte sich dadurch ein gutes Bild der Lage im Kopf zeichnen. Die Rettung der 16 Personen aus dem Gebäude wurde schneller abgeschlossen, als ursprünglich gedacht. Insgesamt 20 Trupps unter Atemschutz durchsuchten das Gebäude. Die verwinkelte Objekt-Bauweise über mehrere Etagen und die starke Qualmentwicklung bildeten eine schwer zugängliche Umgebung, um die Suche nach den Vermissten anzugehen. Nach der Menschenrettung erfolgte die Übergabe an das DRK-Team. Die Verletzten wurden außerhalb der Gefahrenzone registriert und versorgt. Beim Transport zur Behandlungsstation hinter dem Rathaus unterstützten Feuerwehrleute die Abläufe, so dass auch hier die Zusammenarbeit gut funktionierte. Einzig die Kommunikation über Sprechfunk bereitete zeitweise Probleme. Vermutlich durch einen technischen Defekt bedingt kamen manche Funksprüche nicht an. Im Fazit zeigten sich alle Teilnehmer jedoch zufrieden mit dem Ablauf. Übungen in diesem Maßstab sind immer wichtig, um auf mögliche Großschadenslagen vorbereitet zu sein. Gerade in Bad Nenndorf mit seinen zahlreichen Pflegeeinrichtungen müssen sich die Helfer immer wieder mit solchen Szenarien auseinandersetzen.
Foto: ka
vom 14.07.2010 | Ausgabe-Nr. 29
