Neue Drehleiter übergeben

In Anwesenheit zahlreicher Gäste aus Politik und Feuerwehr übergaben Samtgemeindebürgermeister Mike Schmidt und Landrat Jörg Farr das hochmoderne Rettungsgerät an die Freiwillige Feuerwehr Bad Nenndorf.

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Die Planungen für die Beschaffung einer neuen Drehleiter begannen bereits 2010. Seitens Rat und Verwaltung war geplant, die alte Drehleiter aus dem Jahr 1986 im kommenden Jahr zu ersetzen. Nach 30 Jahren wäre eine gründliche Überholung fällig gewesen, deren Kosten jedoch den Restwert des Fahrzeuges erheblich überschritten hätten. So waren für die Jahre 2015 und 2016 insgesamt 750.000 Euro im Haushalt vorgemerkt.

Anfang Februar diesen Jahres brannte in Ohndorf ein Wohnhaus. Bei diesem Einsatz fiel die Drehleiter mit einem Defekt in der Elektronik aus. Ein Gutachter bezifferte den Schaden wenige Tage später auf 35.000 Euro. Zusammen mit der 2016 geplanten Generalüberholung wären Kosten von mehr als 150.000 Euro angefallen. Die Verwaltung leitete daraufhin Gespräche mit dem Landkreis ein, um schnellstmöglich eine Ersatzbeschaffung vorzunehmen.

 

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Gegenwind kam hierbei zunächst vom Rechnungsprüfungsamt. Dieses bestand auf eine europaweite Ausschreibung, welche mehrere Monate in Anspruch genommen hätte. Die Drehleiter stellt in Bad Nenndorf an vielen Gebäuden jedoch den zweiten Rettungsweg sicher. Somit konnte schließlich auf eine europaweite Ausschreibung verzichtet werden. Auch dank der guten Kontakte von Jörg Wackerhahn, Mitglied der Feuerwehr Bad Nenndorf und Abteilungsleiter Technik bei der Berufsfeuerwehr Essen, und dem unermüdlichen Engagement von Hans-Martin Cronjaeger konnte schließlich bei der Firma Magirus ein Fahrzeug gefunden und bestellt werden.

Die Kosten für die Drehleiter inklusive verschiedener Ausrüstungsgegenstände beliefen sich auf 583.043,86 Euro. Der Landkreis Schaumburg steuerte die Hälfte der Kosten bei. Insgesamt sparten Samtgemeinde und Landkreis 170.000 Euro gegenüber dem ursprünglichen Ansatz.

Mike Schmidt dankte dem Landkreis und allen an der Beschaffung Beteiligten. Jörg Wackerhahn und Hans-Martin Cronjaeger erhielten für Ihr ehrenamtliches Engagement bei der Beschaffung der Drehleiter einen Gutschein überreicht.

Landrat Jörg Farr zufolge war den Verantwortlichen im Landkreis schon 2011 bewusst, dass sich die Drehleitern in Stadthagen und Bad Nenndorf ihrem Nutzungsende näherten. Für 2016 waren die Mittel für den Zuschuss bereits eingeplant. Farr zeigte sich glücklich, dass die plötzliche Ersatzbeschaffung dann doch ohne allzu viele Formalitäten durchgeführt wurde und nun die Drehleiter übergeben werden konnte.

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Auch Gemeindebrandmeister Friedhelm Möller zeigt sich erfreut, dass solch ein modernes Rettungsgerät beschafft wurde. Er dankte den Verantwortlichen aus Rat und Verwaltung, aber besonders auch den an der Planung beteiligten Bad Nenndorfer Feuerwehrleuten. Dass Feuerwehrfahrzeuge 30 Jahre lang genutzt werden, sei heute nahezu normal. Doch welches Unternehmen nutzt seine Fahrzeuge über 30 Jahre? Die Rettungsgeräte der Feuerwehr müssen auf dem neuesten Stand der Technik sein, um im Ernstfall effektiv helfen zu können. In den nächsten Jahren stehen weitere Ersatzbeschaffungen an. Möller hofft, dass diese genauso problemlos durchgeführt werden, wie bei der Drehleiter.

Kreisbrandmeister Klaus-Peter Grote zeigte sich erfreut, dass er an solchen einem seltenen Ereignis – der Übergabe einer Drehleiter – teilnehmen durfte. Das Schaumburger System, bei dem die Beschaffung von Hubrettungsfahrzeugen vom Landkreis bezuschusst wird, hat sich in seinen Augen bewährt.Samtgemeindebürgermeister und Landrat übergaben den symbolischen Schlüssel schließlich an den Gemeindebrandmeister. Dieser reichte ihn sogleich weiter an den Ortsbrandmeister Thomas Schweer, der ihn freudig entgegen nahm.

Zum Abschluss stellte der stellvertretende Ortsbrandmeister Hans-Martin Cronjager dar, wie schnell die Beschaffung ablief und nannte einige technische Details. So verfügt die Drehleiter über einen 299 PS starken Motor. Der Korb fasst vier Personen, verfügt über einen eingebauten Wasserwerfer, Selbstschutzdüsen, eine Kamera und LED-Scheinwerfer. Es ist möglich, weitere Zusatzgeräte anzubringen. So beispielsweise eine Krankentrage, auf der auch schwergewichtige Menschen gerettet werden können.

Die neue Drehleiter leistet somit einen wichtigen Beitrag für die Sicherheit der Nenndorfer Bürgerinnen und Bürger und der Bevölkerung der umliegenden Samtgemeinden
Text und Bilder: Marco Thiele