Bei der Jahresversammlung der Feuerwehr Bad Nenndorf ist in der Mooshütte kein Platz frei geblieben. Trotz guter Stimmung macht sich im Kommando Resignation breit. Der Mannschaftswagen (MTW) steht noch immer im Freien, die Unterstellmöglichkeit ist vom Feuerwehrausschuss erneut versagt worden, ebenso wie die Stühle für das Feuerwehrhaus, kritisierte Ortsbrandmeister Thomas Schweer. Die Zahl der Einsätze und die Anforderungen steigen. Doch die Unterstützung seitens der Politik lasse auf sich warten.

Kreisbrandmeister Klaus-Peter Grote ehrt Ortsbrandmeister Thomas Schweer (rechts) für 25 Jahre aktiven Dienst und unterstützt dessen Forderungen nach besseren Arbeitsbedingungen für ehrenamtliche Feuerwehrleute. Teschner
Mit so großem Andrang hatte der stellvertretende Ortsbrandmeister Jürgen Ehle nicht gerechnet. „Die sind ja alle wie wahnsinnig in diesem Jahr“, kommentierte er die nicht enden wollende Warteschlange am Eingang.
Noch mehr würde es die Feuerwehr freuen, wenn sich mehr Bürger für eine Mitgliedschaft für jährlich 12,50 Euro entscheiden würden, betonte Ortsbrandmeister Thomas Schweer. Er war der Letzte, der während einer Jahresversammlung eingetreten ist: und zwar vor 25 Jahren. Der Ortsbrandmeister wurde dafür von Kreisbrandmeister Klaus- Peter Grote geehrt und erhielt darüber hinaus die Ehrennadel der eigenen Feuerwehr. Ein echtes Novum dabei war, dass hier der stellvertretende Ortsbrandmeister diese Urkunde unterschreiben musste. Man kann schließlich nicht die eigene Urkunde unterschreiben.
Das Jahr 2009 startete für die 46 aktiven Kameraden und vier Kameradinnen mit einem Großbrand, bei dem eine Familie in Feggendorf ihr Zuhause verlor. Es folgten weitere 101 Einsätze, darunter 24 Brände. Die 28 Hilfeleistungen umfassten das gesamte Spektrum – vom Verkehrsunfall mit eingeklemmter Person, Ölschäden, vollgelaufene Kellern bis zur Rettung einer Katze aus einem Baum. Aufgaben, die stetige Weiterbildung erfordern.
Bei seinem „Lieblingsthema“ Fehl- und Falschalarme hat Stellvertreter Ehle offenbar resigniert. „Das lasse ich dieses Jahr aus“. Er habe alles gesagt, nichts habe sich getan. So wies er nur daraufhin, dass sich der Mitbürger, der spaßeshalber die Brandmeldeanlage in der Kurhausstraße getestet habe, strafbar gemacht habe.
Mehr als 14 000 Euro hat die Samtgemeinde in die Instandsetzung des Podiums der Drehleiter investiert. Allerdings sei die Drehleiter, Baujahr 1986, in ein paar Jahren auch reif für eine Ersatzbeschaffung, betonte Schweer: „Ich hoffe, dass sich jeder Politiker in der Samtgemeinde dieser Tatsache bewusst ist.“
Das beantragte Obdach für den MTW habe der Feuerwehrausschuss in einen 2000 Euro Zuschuss abgespeckt. Auch der Zeltboden der Jugendfeuerwehr ist weiterhin im Freien der Witterung ausgesetzt. Dass für eine andere Ortswehr eine Fertigarage abgenickt worden sei, bezeichnete Schweer als „befremdlich“ – zumal die Bad Nenndorfer ihren MTW selbst besorgt und der Samtgemeinde viel Geld gespart hätten. Auf sich warten lasse zudem ein Waschplatz, sagte Schweer. „Das Kommando lehnt jede Verantwortung für den Zustand der größeren Einsatzfahrzeuge ab.“
Die 2009 ausgesprochene Einladung an alle Lokalpolitiker, an einem der Dienste teilzunehmen, sei wieder einmal ungehört geblieben, bedauerte der Ortsbrandmeister und erneuerte das Angebot. In der Hoffnung, nicht wieder umsonst auf eine Resonanz zu warten.
Samtgemeindebürgermeister Bernd Reese zeigte sich beeindruckt von der guten Beteiligung in der Mooshütte, einer Restauration, die mit viel Einsatz verändert worden sei. Dieser lange Atem sei auch bei der Schwerpunktfeuerwehr Bad Nenndorf gefragt, warb er angesichts der klammen Haushaltslage für Verständnis, dass nicht allen Anträge durchkommen. Gut eine Millionen Euro weniger an Schlüsselzuweisungen, davon sei die gesamte Haushaltsplanung überlagert, so Reese. Dennoch habe der Feuerwehrausschuss reagiert. „Wir werden in 2010 einen Gerätecontainer anschaffen.“ Das Fahrzeug und dessen Unterbringung müsse dagegen als eine Aufgabe für die kommenden Jahre betrachten werden. Vergessen sei das Anliegen jedoch nicht, betonte er: „Sie haben den Finger in die Wunde gelegt.“ tes
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